Der Atlas und seine Rolle im Körper

Jeder Körper reagiert auf Systemstörungen zunächst mit Gegenreaktionen, gleicht beispielsweise Fehlstellungen des Atlas durch eine Verschiebung im Kreuzdarmbeingelenk aus. Erst nach einer Weile beginnen Symptome, die auf ein Problem hinweisen. Aber der Schmerz entsteht so nicht an der Quelle, sondern am anfälligsten Punkt der Kette von Ausgleichshandlungen.

Umso mehr Zeit zwischen Problemstart und Korrektur vergeht, desto länger kann der Heilungsprozess dauern. Daher sind besonders bei Kindern oder frisch entstandenen Traumata die Heileffekte am deutlichsten zu beobachten. Grundsätzlich ist dabei die Rolle des Atlasgelenks auch in der Literatur umfassend dokumentiert.

Zum Thema Kopfschmerzen finden sich dort zum Beispiel folgende Aussagen:

Die ersten drei Nerven der Halswirbelsäule (C1-C3), welche zwischen dem Schädel bis hin zum dritten Halswirbels aus der Wirbelsäule austreten, laufen im Rückenmark zusammen und verschmelzen im Hirnstamm mit den Nerven des Trigeminusnervs (Nucleus trigeminocervicalis). Auf diese Weise können Fehlstellungen im Bereich der oberen Halswirbelsäule auf direktem Wege Beschwerden im Kopfbereich projizieren.

Kopfschmerzen werden von der IHS (International Headache Society) klassifiziert. Beispiele dafür sind Migränekopfschmerz, Spannungskopfschmerz und Clusterkopfschmerz. Auch Kopfschmerzen im Zusammenhang mit einem Schädel- und/oder Nackentrauma, Störungen der Halswirbelsäulen- und Kopfgefäße, Störungen im Schädel ohne Gefäßbeteiligung, Substanzen bzw. ihrem Entzug, Infektionen und psychiatrischen Störungen werden unterschieden. Des Weiteren werden hier Kopf- oder Gesichtsschmerzen verbunden mit Störungen des Schädels, des Nackens, der Augen, Nase, Ohren, Nebenhöhlen, Zähne, des Mundes oder anderer Gesichts- bzw. Kopfstrukturen differenziert.

Die Zuordnung von Kopfschmerzen eines Patienten in die einzelnen Kategorien von Kopfschmerz ist jedoch schwierig. Das liegt daran, dass die meisten Betroffenen mehrere Kopfschmerzarten haben, der Kopfschmerz sich nachweislich im Laufe der Zeit verändern kann und viele Symptome von Kopfschmerzarten sich auch überschneiden. Dies kann an einem möglichen gemeinsamen Faktor wie der Atlasfehlstellung und den dadurch immer wieder gleichen betroffenen Strukturen liegen.

Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass bei Kopfschmerzpatienten überdurchschnittlich starke Asymmetrien der tiefen, kurzen Nackenmuskulatur und einem überreizten Hirnstamm vorliegen, die durch eine Gelenkfehlstellung der oberen Halswirbelsäule und insbesondere des oberen und unteren Kopfgelenks begünstigt wird.

 Literatur:

  • Pohlmann E.: Atlastherapie und Behandlung der Körperfehlstatik – Therapie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern; Spitta Verlag, Balingen 2013
  • Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): www.dmkg.de
  • International Headache Society (IHS): www.ihs-headache.org
  • International Association for the Study of Pain (IASP): www.iasp-pain.org
  • Westerhuis P. Wiesner R.: Klinische Muster in der Manuellen Therapie; Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2011
  • Von Piekartz, H.J.M.: Kiefer, Gesichts- und Zervikalregion, Neuromuskuloskeletale Untersuchung, Therapie und Management; Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2005
  • Dean Watson: www.watsonheadache.com
  • Lehnert-Schroth C.: Dreidimensionale Skoliosebehandlung, Atmungs-Orthopädie System Schroth; Elsevier, München 2007

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